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Mrz 07 Zukunft, Technologie

Aus die Maus – ein Nachruf

 In diesem Moment ruht  eine Ihrer Hände wahrscheinlich auf einem kleinen Gegenstand, der schon bald Geschichte sein wird. Dieses Ding, meist aus Kunststoff, ist in allen erdenklichen Farben und Formen erhältlich und heute eines der wichtigsten Eingabegeräte bei Computern. Ganz klar, die Rede ist von der „Maus“.

Hier kommt die Maus: Wie vor über 40 Jahren alles begann
Im Jahr 1968 wurde die Computermaus erstmals auf der Herbsttagung der American Federation of Information Processing Societies (AFIPS) der Öffentlichkeit präsentiert. Die neue Erfindung fand wenig Beachtung, da es noch keine grafischen Benutzeroberflächen gab und Menschen, die mit Computern zu tun hatten, hauptsächlich an Texteingabe interessiert und an die Arbeit mit der Tastatur gewöhnt waren.

Vermutlich unabhängig davon wurde die Computermaus auch zur selben Zeit bei Telefunken in Deutschland entwickelt und bereits wenige Wochen vor Tagung der AFIPS vorgestellt. Dieses Exemplar war bereits mit einer Rollkugel ausgestattet und wurde in den frühen 1970er Jahren zusammen mit Telefunken-Rechnern verkauft.

In den Vereinigten Staaten trug die Firma Xerox in den 1970er Jahren zur Weiterentwicklung einer Maus mit Kugel bei. Der Computerhersteller Apple lizensierte diese Technik und entwickelte 1984 den „Macintosh“, der wegen seiner grafischen Benutzeroberfläche in Kombination mit der Maus sehr erfolgreich war. Erstmals im Massenmarkt basierte nun eine Nutzeroberfläche auf Mausbedienung.


Bildschirme zum Anfassen: Computerbedienung 2010
Die Einführung der Computermaus war ein entscheidender Durchbruch in der Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit von Computern. Im Jahre 2005 waren schätzungsweise bereits mehr als eine Milliarde „Mäuse“ weltweit verkauft worden.

 

Seit über zwei Jahrzehnten bildet die Maus für fast alle Computertätigkeiten zusammen mit dem Monitor und der Tastatur eine der wichtigsten Mensch-Maschine-Schnittstellen.
Neben der Maus etablierten sich im Laufe der Jahre auch einige andere Eingabegeräte, die meist ein spezielles Nischendasein fristen: elektronische Lenkräder, Joysticks, Gamepads, Trackbälle, Spaceballs, Grafiktabletts, Trackpoints, Touchpads und neuerdings auch berührungssensitive Bildschirme (Touchscreens), die die Mausfunktion ganz ersetzen.

Ende Januar 2010 stellte Apple in San Francisco unter großem PR-Getöse das iPad, ein durch einen Touchscreen zu bedienenden Tablet-PC vor. Wie Spötter meinen, handelt es sich hierbei um das iPhone in groß, jedoch ohne Phone.
Anders als bei einem herkömmlichen Computer gibt es beim iPad keine Maus und deshalb auch kein Zeigergerät, das einen Mauszeiger über den Bildschirm bewegt. Die Bedienung erfolgt mit den Fingern des Nutzers, die dabei mit den so genannten Multi-Touch-Gesten unterschiedliche Funktionen auslösen können. Alle Gesten des iPhones funktionieren auch beim iPad, zusätzlich wurden weitere Gesten eingeführt. Beispielsweise lässt sich mittels einer „Spreiz“-Geste eine Vorschau eines Fotostapels öffnen. Die Bedienung mit einem Stift ist nicht möglich, da der Touchscreen auf elektrische Spannung reagiert. Eine virtuelle, an die Anforderungen des Programms angepasste Tastatur wird – wenn nötig – am unteren Bildschirmrand eingeblendet.

Do you g-Speak: Ein Blick in die Zukunft
Das iPad ist nur der Anfang einer Entwicklung, die in eine schöne, neue Welt der animierten Benutzerschnittstelle führt. Denn bei dem mit dem üblichen Medienrummel präsentierten iPad dreht sich fast alles um die Frage der Benutzerschnittstelle. Beim Apple-System ist das noch ein vergleichsweise konventioneller berührungsempfindlicher Monitor. Die Zukunft aber gehört Systemen, die auf menschliche Gesten reagieren. Mit dem „g-Speak Spatial Operating Environment“ der US-Firma Oblong Industries wird bald schon eine neue Qualität der Computernutzung Realität werden. Hierbei wird der Computer mittels Gesten gesteuert, die den Betrachter an Tai-Chi und Samy Molcho denken lassen.

Die Technik werde, zitiert die „New York Times“ den Entwickler John Underkoffler, bereits in Fortune-50-Unternehmen, Regierungsstellen und an Universitäten eingesetzt und wird auch bald für Privatkunden zugänglich sein. Wer in fünf Jahren einen Computer kauft, so Underkoffler, werde eine gestengestützte Benutzerschnittstelle wie das Spatial Operating Environment mitgeliefert bekommen. Spätestens dann wird sich wahrscheinlich niemand mehr an ein Gerät namens „Maus“ erinnern können.

(Bildnachweis: Apple Mouse, http://www.allaboutapple.com/blog/)

 

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