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Mrz 18 Innenarchitektur, Design, Licht, Junge Talente

Licht und Schatten als Fundament

Es ist eine dekorative und vielfältig kombinierbare Rauminstallation. Es ist sowohl Kunstwerk als auch Design-Objekt und eine gestalterische Weiterentwicklung des klassischen Stucks. Eine dreidimensionale Tapete oder auch eine vielfältige Wandinstallation. Durch solides Handwerk und kreative Ideen entstand eine Neuschöpfungen im Bereich des Interior Design: Das Stukkolief

 

Palast der Moeglichkeiten traf Stephan Gervers, den Erfinder des Stukkolief, an seinem Stand auf der Ambiente 2010 in Frankfurt.


PDM: „Stuck – das klingt für uns zunächst mal nach Altbau, Kronleuchter und knarrenden Dielenböden. Sie haben diese alte Technik neu interpretiert?“


Gervers: „Ja, ich habe zwar eine klassische Ausbildung zum Stuckateur absolviert, danach jedoch an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach Design studiert. Mit meiner Abschlussarbeit 2003 wollte ich mit dieser traditionellen Technik etwas Neues schaffen, sie weiterentwickeln.“


PDM: „Das Stukkolief ist also mehr als reiner Wandschmuck?“


Gervers: „Unbedingt! Das Stukkolief integriert sich in vielfältige Raumstrukturen, ohne dabei an Reiz zu verlieren. Es steht sowohl für das Understatement des Interieurs als auch für eine eigenständige künstlerische Installation. Dabei ist das Zusammenwirken von Licht und Schatten das Fundament des Stukkoliefs. In der Interaktion mit moderner Innenarchitektur wird Stukkolief ein zentraler Blickfang mit einer praktischen Funktion und geht eine direkte Interaktion mit dem Raum ein.


PDM: „Können Sie das bitte etwas konkreter machen?“


Gervers: „Der Einsatz direkter oder indirekter Beleuchtung ermöglicht, mit dem Stukkolief auch auf die Atmosphäre des Raumes einzuwirken. Lichtquellen können dabei auch direkt im Stukkolief integriert werden und machen aus dem Wanddesign eine aktive und dimmbare Lichtquelle. Direkt an der Wand angebracht können die Kabel im Objekt selbst unsichtbar integriert werden.“


PDM: „Wenn nun jemand mit einer vagen Vorstellung für ein eigenes, einzigartiges Stukkolief zu Ihnen kommt, was ist da möglich?“


Gervers: „Für mich ist Raum ein „Gefäß“ für Materie und sozusagen die Bühne für den durch seine Begrenzungen vorgegebenen Kosmos. Innerhalb dieses Kosmos ist vieles möglich. Durch die individuelle Anfertigung jedes Stukkoliefs kann ich auf jede Raumform und -begebenheit reagieren. In unterschiedlichen Größen kann das Objekt entweder auf vorgefertigten Platten oder direkt an der Wand installiert werden. Dabei sind nicht nur abstrakte Gebilde denkbar, sondern z.B. auch technoide Pflanzen- und Tierformen. Durch die Variationsmöglichkeiten bietet das Stukkolief viel Freiheit in der gestalterischen Realisation.“


PDM: Und die Oberfläche muss dabei immer matt weiß sein?“


Gervers: „Jein. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass mit matt weißer Oberfläche einfach die ideale Grundlage für die schönsten Schattenwürfe geschaffen wird. Eine Marmorveredlung der Außenseite kann dem Objekt dabei einen besonderen Glanz und eine exquisite Hochwertigkeit verleihen. Allerdings ist es manchmal denkbar – je nach gewünschter Haptik und Form – mit grobkörnigen, strukturierten oder auch farbigen Untergründen Akzente zu setzen.“


PDM: „Herr Gervers, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit ihren zukünftigen Stukkolief-Entwürfen.

 

Bild: Stephan Gervers, Ambiente 2010; Foto Copyrights: Till Roos

 

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