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Jul 25 Web-Tipp, SPAM-Schutz

SPAM, SPAM, SPAM, SPAM & SPAM

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SPAM ist überall. SPAM nervt. SPAM hat Ursachen: Naive Nutzer, Menschen wie Sie und ich. Was also (nicht) tun?


Sie kennen es vielleicht: nach ein paar Tagen Urlaub öffnet man das E-Mail Postfach und ist erstaunt, wie viele Mails in der Zwischenzeit eingetroffen sind. Potentielle Aufträge? Wichtige Informationen? Post von Freunden? Weit gefehlt: SPAM, SPAM, SPAM, SPAM & SPAM. Laut aktuellen Untersuchungen sind 97,5 Prozent aller an deutsche Adressen verschickten E-Mails SPAM: Werbemist, Betrugsmails und sexuell anzüglichen Offerten, die täglich ins eigene elektronische Postfach flattern. Doch woher kommt diese Flut?

 

Wenn PCs zu Zombies werden
Am Anfang allen SPAMs steht eine Sicherheitslücke – meist auf einem schlecht gewarteten Windows-System. Der nächste Schritt ist ein „Exploit", ein Stück Code, das die Lücke ausnutzt, um Administratorrechte auf diesem Rechner zu erlangen. Fehlt noch ein Skript, das im Netz systematisch nach Computern sucht, die auf diese Weise angreifbar sind. Dann wird der Exploit als Türöffner eingesetzt, um Schadsoftware aller Art nachzuladen: der Rechner wird so zum „Zombie", zum willenlosen Werkzeug dritter.

 

Zombierechner werden in der Folge entweder zu Spam-Aussendern, und/oder zu Webservern für den Vertrieb von gefälschten Medikamenten, Kinderpornografie, neuer Schadsoftware etc.

 

Ins legale Geschäftsleben "übersetzt" funktioniert der Zombie also als Verkaufsplattform, der noch dazu neue Vertriebswege generiert, indem er hilft, andere PCs zu Zombies zu machen.


Wie SPAM aus der Konservendose ins Internet kam
SPAM ist ein Kunstwort aus „spiced pork and ham" für ein Produkt der Firma Hormel Food Corporation aus den USA. Die Dose enthält gewürztes Schweinefleisch und Schinken und wird auch als sogenanntes „Frühstücksfleisch" angepriesen. Die legendäre englische Komikertruppe Monty Python verwendete 1970 SPAM in einem Sketch in Monty Python's Flying Circus. Dort wird der Begriff "SPAM" in wenigen Minuten mehr als 120 mal wiederholt.
Diese massenhaften Wiederholung desselben Wortes in kurzer Zeit inspirierte Usenet-Benutzer in den Anfängen des Internet "SPAM" und "spamming" auch für ihr Medium zu verwenden: Das massenhaften Verbreiten desselben Artikels in den Newsgroups. Später wurde der Ausdruck „SPAM" auch für das massenhafte Versenden von E-Mails übernommen.

 

Was Sie tun könnten, um im Zukunft noch mehr SPAM zu erhalten

 

  1. Der grundlegendste Trick, um noch mehr SPAM zu erhalten und den eigenen PC als Kandidat für ein Zombie-Netzwerk zu qualifizieren ist einfach: Betriebssystem und Sicherheitssoftware auf dem Rechner niemals aktualisieren und keinesfalls auf den neusten Stand bringen! So helfen Sie aktiv mit, dass sich Schädlinge einnisten und Ihr Rechner zum Teil eines "Botnetzes" werden kann.
  2. Der Verzicht auf ein Virenschutzprogramm sorgt dann noch dafür, dass Sie nicht nur SPAM empfangen, sondern selbst auch millionenfach versenden, ohne davon etwas mitzubekommen.
  3. Öffnen Sie jede Viagra-Werbung, Parkplatz-Sex-Einladung oder „Wer-will-meine-Millionen?"-Mail aus Nigeria, die Sie empfangen. Klicken Sie außerdem jeden Phishing-Link in Betrugsmails an, so z.B. wenn „Ihre Bank" Sie bittet, Ihre Kontodaten und Ihre Geheimzahl und PIN zur Überprüfung mitzuteilen.
  4. Nutzen Sie die Autoreply-Funktion im E-Mail-Programm, um dem SPAM-Versender zu signalisieren, dass Ihre E-Mail Adresse gültig ist.
  5. Aktivieren Sie auch die HTML-Darstellung in Ihrem E-Mail Programm und das automatische Herunterladen von Bilddateien, um dem Spammer mitzuteilen, dass er eine gültige Adresse gefunden hat, die er erstens weiter bespammen, zweitens auch verkaufen kann.
  6. Schreiben Sie die Spam-Versender immer direkt an und teilen Sie ihnen höflich mit, dass Sie künftig keine Werbung mehr wünschen oder dass Sie von der Mailing-Liste genommen werden möchten.
  7. Bei jeder Anmeldung in einer Internet-Community (Facebook, Wer-kennt-wen, Foren etc) lassen Sie die Datenschutzeinstellungen links liegen und machen die E-Mail Adresse für alle sichtbar – inklusive der Spam-Roboter.
  8. Verwenden Sie auf Ihrer eigenen Webseite keinesfalls eine Bilddatei oder ein sicheres Script für die Darstellung Ihrer E-Mail Adresse.
  9. Geben Sie stets Ihre wertvolle geschäftliche oder private E-Mail-Adresse an, um bei Preisausschreiben teilzunehmen oder Webangebote zu nutzen.
    Greifen Sie keinesfalls zu nützlichen Wegwerf-Mail-Diensten wie Spamgourmet (www.spamgourmet.com), Mailexpire (www.mailexpire.com) oder Trash-mail (www.trash-mail.com), wenn Sie beim Shopping im Internet um eine Angabe einer E-Mail Adresse nicht herumkommen.
  10. Weisen Sie jegliche persönliche Verantwortung für Ihr Handeln im Internet weit von sich und glauben Sie fest daran, dass SPAM in Ihrem Postfach nichts mit Ihnen zu tun hat.

 

Achtung: Falls Sie genau das Gegenteil dessen tun, könnte es sein, dass Sie in Zukunft deutlich weniger unerwünschte E-Mails erhalten.

 

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